Fragen und Antworten

1. Hintergrund

1. Woher kommt der Name ZEELINK?
Durch die neue Ferngasleitung wird der Anschluss an das belgische Erdgasnetz und an das Liquid Natural Gas (LNG)-Terminal in Zeebrügge aufgebaut. Daher auch die Namensgebung ZEELINK. Das LNG-Terminal (Abkürzung: ZEE) ist der derzeit wichtigste Handelspunkt in Europa für Erdgas, der den Erdgasmarkt in Großbritannien und Norwegen mit den Erdgasmärkten auf dem Kontinent verbindet (Deutsch – Englisch Übersetzung für Verbindung: LINK).
2. Warum wird ZEELINK gebraucht?
Bis zum Jahr 2030 wird ein signifikanter Rückgang der zur Verfügung stehenden deutschen und der niederländischen L-Gas Mengen prognostiziert. Ab dem Jahr 2020 werden die niederländischen Exportmengen nach Deutschland schrittweise reduziert, bis sie im Jahr 2029 vollständig eingestellt werden. Da die Niederlande über keine H-Gas Aufkommen verfügen, sind neue Transportwege für das H-Gas aus Russland, Norwegen und LNG-Importe erforderlich, um die zurückgehenden L-Gas Mengen zu ersetzen. Die ZEELINK Leitung bindet erstmalig und dauerhaft die momentan mit L-Gas versorgten Regionen im Westen und Nordwesten Deutschlands an bestehende und zukünftige H-Gas Quellen an. Damit gewährleistet sie die schrittweise Umstellung der gesamten Region auf H-Gas in der richtigen Reihenfolge. Darüber hinaus stärkt ZEELINK den Transport von Erdgas von Süd nach Nord und von Nord nach Süd, was der Versorgungssicherheit mit Erdgas in Nordrhein-Westfalen und Deutschland dient.
3. Was bedeutet L-H-Gas Umstellung?
Ein Teil des deutschen Gasmarktes wird mit niederkalorischem Erdgas (L-Gas – low calorific gas) versorgt. L-Gas stammt allein aus Aufkommen der deutschen und der niederländischen Produktion. Die übrigen in Deutschland verfügbaren Aufkommen (Gas aus Dänemark, Norwegen/Nordsee, Russland bzw. von LNG-Terminals) liefern höherkalorisches Erdgas (H-Gas – high calorific gas). Die beiden unterschiedlichen Gruppen der Erdgasbeschaffenheit müssen aus technischen und eichrechtlichen Gründen in definierten Grenzen in getrennten Systemen transportiert werden. Kunden, die mit Gas einer geänderten Beschaffenheit versorgt werden sollen, können erst nach einer Anpassung der Verbrauchsgeräte mit Gas des anderen Brennwertbereichs versorgt werden.
4. Wer baut ZEELINK?
Die Beteiligten der ZEELINK sind die Open Grid Europe GmbH, Deutschlands führende Erdgastransportgesellschaft, mit der alleinigen Verantwortung für Betrieb, Steuerung, Ausbau und Vermarktung des Leitungsnetzes, mit einem Anteil von 75 Prozent und die Thyssengas GmbH, eine konzernunabhängige Gesellschaft, welche jährlich bis zu 10 Mrd. Kubikmeter Erdgas über ein 4.200 Kilometer langes unterirdisches Transportnetz transportiert, mit einem Anteil von 25 Prozent.
5. Welche Expertise hat Open Grid Europe?
Verantwortlich für die Planung und den Bau des ZEELINK Projekts ist die Open Grid Europe GmbH, ein Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung in Planung, Bau und Betrieb von Fernleitungsnetzen. Die Open Grid Europe GmbH betreibt das mit rund 12.000 km größte Fernleitungsnetz in Deutschland.
6. Was kostet ZEELINK?
Die Gesamtkosten des Projektes ZEELINK (Leitung und Verdichter) belaufen sich auf ungefähr 600 Mio. Euro. Ein Kilometer Pipeline kostet etwa 2 Mio. Euro.
7. Wieviele Arbeitsplätze schafft ZEELINK
ZEELINK ist ein national und international bedeutendes Industrieprojekt, welches in diesem Zuge Arbeitsplätze sichert. In Betracht der fünf Jahre Umsetzungszeit besitzt die Maßnahme einen hohen Stellenwert für die Generierung neuer Arbeitsplätze sowohl in Deutschland als auch in den angrenzenden Ländern. Während der Planungs- und Bauzeiten werden insgesamt zirka 2.500 Angestellte beschäftigt werden.
8. Welche Auswirkungen hat die L-H-Gas-Umstellung für den einzelnen Bürger?
Die Organisation der Anpassung führt der lokale Verteilernetzbetreiber, in der Regel das Stadtwerk aus. Die betroffenen Haushalte werden frühzeitig durch den Netzbetreiber bzw. durch die von ihm beauftragte Anpassungsfirma über die Marktraumumstellung informiert.
9. Wieviele Geräte sind von der L-H-Gas-Umstellung betroffen?
Bis 2030 werden deutschlandweit rund 5 Mio. Geräte umgestellt.
10. Kann durch den Bau von Anbindungsleitungen aus den Niederlanden auf den Bau der ZEELINK Leitung verzichtet werden?
Anbindungsleitungen aus den Niederlanden können den Bau der ZEELINK Leitung nicht vollumfänglich ersetzen. Durch diese Transportalternativen ist die schrittweise Umstellung der bisher mit L-Gas versorgten Gebiete nicht möglich. Diese Alternativen erhöhen zusätzlich die Komplexität und die Abhängigkeit bei der L-H-Gas Umstellung und machen den gesamten Prozess damit deutlich risikobehafteter. Durch den Bau der ZEELINK Leitung wird ein Transportsystem geschaffen, das den Transport von Erdgas (H-Gas) von Süd nach Nord und von Nord nach Süd stärkt und damit die Robustheit und Flexibilität des Gesamttransportsystems. Anbindungsleitungen aus den Niederlanden erfüllen diese Aufgabe nicht. Dieses wurde durch die Bundesnetzagentur bei den NEP Planungen auch entsprechend berücksichtigt. Weitere Informationen zu den Transportalternativen zur ZEELINK finden Sie hier.
11. Woher stammt das in Deutschland verbrauchte Gas?
Das in Deutschland verbrauchte Erdgas kommt zum überwiegenden Teil (rund 90 Prozent) aus Russland, Norwegen und den Niederlanden. Der Rest stammt aus Eigenproduktion, die aber in der Tendenz rückläufig ist.
12. Was ist LNG?
LNG steht für Liquefied Natural Gas und heißt auf Deutsch „Flüssiggas“. Das Gas ändert bei einer Abkühlung auf minus 162 °C seinen Aggregatzustand und wird flüssig. Dabei verringert sich sein Volumen um den Faktor 600. In diesem Zustand lässt es sich leicht mit Tankschiffen transportieren. Bevor es in Haushalten, Kraftwerken oder in der Industrie verbraucht werden kann, muss es zuerst wieder in den gasförmigen Zustand überführt werden. Dies geschieht in sogenannten LNG-Terminals, die sich u.A. in Rotterdam und Zeebrugge befinden.
13. Welche Aufgabe hat Open Grid Europe?
Open Grid Europe (OGE) ist ein Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) und transportiert Erdgas für seine Kunden innerhalb Deutschlands. Das Gas ist auch während des Transports Eigentum der Kunden. Das Fernleitungsnetz der OGE ist, analog zu Straßen und Stromnetzen, mit den Fernleitungsnetzen der Nachbarländer verbunden. Im Zusammenspiel mit allen anderen Akteuren sorgt Open Grid Europe dafür, dass das Gas in der bestellten Menge zum festgelegten Zeitpunkt zur Verfügung steht.

2. Trassenführung

1. Wo sind Start- und Endpunkt von ZEELINK?
ZEELINK startet  an der belgisch-deutschen Grenze und führt über eine Verdichterstation im Raum Aachen und über die Verdichterstation in St. Hubert zur Station Legden, westlich von Münster.
2. Wie ist das Verfahren zur Trassenfindung?
Das Verfahren startet mit der Diskussion des Trassenverlaufs mit allen internen und externen Beteiligten sowie der Festlegung der erforderlichen Arbeitsstreifenbreite. Im Anschluss erfolgt eine Sicherstellung, dass alle internen und externen Beteiligten den aktuellen Planungsstand erhalten (z.B. Ökologie, interne und externe Berater, Vermessung, Konstruktion, Bau, Kathodischer Korrosionsschutz, Elektrotechnik). Weitere wesentliche Bestandteile der Trassenplanung sind die Organisation von Behördenterminen, die Führung von Vermessungsbüros, die Mitarbeit in der Genehmigungsplanung und die Verantwortung für die Antragsunterlagen im Raumordnungsverfahren/Planfeststellungsverfahren (Abstimmung der Fachgewerke).
3. Wie funktioniert der Bürgerdialog zur Trassenfindung?
Im Rahmen der technischen Machbarkeit sollen die Belange der Landkreise, Städte, Kommunen, Gemeinden und Bürger Berücksichtigung finden. Hierfür wird die Trassenplanung transparent kommuniziert. Neben der Website und einer Broschüre bietet Open Grid Europe im Projektverlauf eine Vielzahl von Informationen und Dialogveranstaltungen an. Termine hierzu werden rechtzeitig auf der Website www.zeelink.de bekannt gegeben. Die Veranstaltungen starten mit dem Beginn des Raumordnungsverfahrens 2016.
4. Wo gibt es Informationen zu Wegerechtsverhandlungen?
Parallel zum Planfeststellungsverfahren finden für den Rechtserwerb Wegerechtsverhandlungen mit den Eigentümern statt, die Maßnahmen auf ihren Grundstücken zu erwarten haben. Informationen und Dialogangebote hierzu erfolgen in einer direkten Ansprache. Rückfragen dazu sind jederzeit möglich.
5. Wann gibt es genaues Kartenmaterial zum Trassenverlauf?
Dem Wunsch nach genauerem Kartenmaterial kommt die Open Grid Europe nach der Eröffnung des Raumordnungsverfahrens nach. Unterlagen hierzu werden im Mai eingereicht, die Eröffnung durch die Behörden erfolgte im Juni 2016.  Nachdem das Verfahren eröffnet wurde und die Träger öffentlicher Belange (u.a. Kommunen) aufgefordert wurden Stellungnahmen abzugeben, sind die Übersichtspläne auch unter dem Navigationspunkt Phasen auf der Website einsehbar.
6. Wann finden Untersuchungen möglicher Trassenkorridore statt?
 Die von Open Grid Europe beauftragten Vermessungsbüros haben alle Eigentümer angeschrieben, die sich in einem der 600 m breiten Korridore befinden. Dabei müssen die Vermesser grundsätzlich nicht alle Grundstücke betreten, häufig reicht auch ein Abgleich mit bereits erhobenen Daten. In den Bereichen von Straßen, Gewässern, Schienenverkehr und Wäldern muss jedoch eine nachträgliche Vermessung durchgeführt werden, gleiches gilt für das Überprüfen topographischer Gegenstände, hierzu zählen etwa Schilderpfähle und Kanaldeckel.
7. Wann werden Eigentümer über eine mögliche Betroffenheit benachrichtigt?
 Eine tatsächliche Betroffenheit wird bei der Erarbeitung der Planfeststellungsunterlagen ermittelt. Die Eigentümer erhalten dann eine entsprechende Benachrichtigung von einem durch Open Grid Europe beauftragten Ingenieurbüro. Zudem erfolgt eine gesonderte Informationsveranstaltung, zu der alle betroffenen Eigentümer persönlich eingeladen werden. Diese findet voraussichtlich im Frühjahr 2017 statt.
8. Muss die ZEELINK Pipeline im Grundbuch vermerkt werden?
 Ja, Es wird eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit (§ 1090 BGB) in das Grundbuch des jeweiligen Grundstückseigentümers eingetragen.

3. Umwelt

1. Wie lange dauert der Bau der Pipeline?
Voraussichtlich soll der Bau der Gasfernleitung und der Verdichterstation bis März 2021 abgeschlossen sein. Für die Bauphase und Inbetriebnahme der Leitungen ist ein Zeitraum von zirka 24 Monaten eingeplant, für die Errichtung der Verdichterstation etwa 36 Monate inklusive Inbetriebnahme (IBN). In den einzelnen Bauabschnitten der lokal kontinuierlich fortlaufenden Baustelle, insbesondere auf privaten Grundstücken, kommt es zu einer Bauzeit von ungefähr vier Monaten.
2. Wie wird die Umweltverträglichkeit von ZEELINK geprüft?
Für das Vorhaben wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung erstellt, in der auf der Grundlage einer detaillierten Bestandsaufnahme und Bewertung von Natur und Landschaft die Auswirkungen auf die Schutzgüter Pflanzen, Tiere, Boden, Wasser, Klima/Luft, Landschaft und Mensch sowie auf Kultur- und sonstige Sachgüter untersucht und bewertet sowie mögliche Konfliktpunkte ermittelt werden. Auf dieser Grundlage werden Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Beeinträchtigungen entwickelt sowie Kompensationsmaßnahmen erarbeitet, die als Nebenbestimmungen in den Planfeststellungsbeschluss eingehen. Der Untersuchungskorridor für die vegetationskundliche und tierökologische Erfassung beträgt mindestens 2 x 300 m rechts und links entlang der Trasse Die tierökologischen Verhältnisse werden in diesem Raum flächendeckend angesprochen und charakterisiert. 
3. Mit welchen Einschränkungen müssen Anwohner rechnen?
Open Grid Europe bemüht sich, die Einschränkungen für angrenzende Bewohner der Baugebiete so gering wie möglich zu halten. Die Bewirtschafter der betroffenen Flächen und Grundstücke müssen unter Umständen mit Lärm, Staub und Verkehrseinschränkungen in Nähe der Zufahrten der Baustelle rechnen. Die Lärmbelastung durch den Baustellenverkehr ist nicht über die gesamte Dauer der Baumaßnahme konstant durchgehend, sondern richtet sich nach dem jeweiligen Arbeitstakt auf der Baustelle.
4. Mit welchen Einschränkungen muss die Landwirtschaft rechnen?
Der Leitungsbau stellt eine vorübergehende Inanspruchnahme der Flächen durch den Arbeitsstreifen dar und dauert im Durchschnitt 3 bis 4 Monate. Open Grid Europe sorgt für eine Entschädigung der Grundstücksbesitzer und/oder Bewirtschafter. Die Bereiche beidseitig neben dem Arbeitsstreifen können weiterhin während der Bauphase genutzt werden. Im Anschluss zum Bau findet eine Rekultivierung der Bodenflächen statt, sodass keine bedeutenden Einschränkungen für die Nutzer mehr vorliegen.
5. Wie tief ist die höchstzulässige landwirtschaftliche Bearbeitungstiefe innerhalb des Schutzstreifens?
 Bei einer Mindestüberdeckung von einem Meter beträgt die Bearbeitungstiefe des Feldes / des Ackers bis zu 80 cm und entspricht somit im Rahmen einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft durchgeführten Tiefen- oder auch Fahrstreifenlockerung.
6. Ist die Zuwegung zu den landwirtschaftlichen Flächen während der Bauphase gewährleistet?
 Eine Zuwegung der Landwirte zu Ihren landwirtschaftlichen Flächen wird durch OGE sichergestellt. Die zwangsläufige Sperrung von Feldwegen aufgrund des Rohrgrabens und der Verlegung der Leitung wird im Vorfeld mit dem Pächter besprochen, um die Einschränkung so gering wie möglich zu halten. Bei unvermeidlichen Sperrungen beträgt die durchschnittliche Sperrdauer eines Weges ca. 1 bis 2 Tage.
7. Wie lange bleibt der Rohrgraben geöffnet?
 Es wird grundsätzlich eine kurze Offenhaltung des Rohrgrabens angestrebt, um die Einschränkung der Bewirtschafter so gering wie möglich zu halten. Im Durchschnitt beträgt die Zeit für einen Bauabschnitt für das Öffnen und Wiederverfüllen des Rohrgrabens ca. 7 bis 10 Arbeitstage (2 Wochen).
8. Gibt es eine bewirtschaftungsfreie Zeit während der Bauphase? Wann sind die Flächen wieder nutzbar?
 Nach der Rekultivierung kann die Bewirtschaftung unmittelbar wieder aufgenommen werden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit eine ein – oder mehrjährige Rekultivierung (tiefwurzelnde Zwischenfrucht) zu nutzen. Dadurch entstehende Kosten werden von der Open Grid Europe entschädigt.
9. Wie sehen Kompensationsmaßnahmen aus?
 Bei der Verlegung von Erdgasfernleitungen sind Ausgleichsmaßnahmen auf der Trasse vor Ort möglich, wie z.B. die Wiederherstellung von Grünland, Wiederanpflanzung von Gehölzstrukturen im Arbeitsstreifen und Aufforstungsmaßnahmen. Für zusätzliche Ersatzmaßnahmen greift Open Grid Europe u.a. auf behördlich anerkannte Ökokonten zurück – und steht im regelmäßigen Kontakt mit entsprechenden Anbietern dieser Ökokonten. Der genaue Umfang von Kompensationsmaßnahmen kann erst im Planfeststellungsverfahren festgelegt werden, wenn der konkrete Eingriff in Natur und Landschaft zu beziffern ist. Open Grid Europe berücksichtigt für die Kompensations-maßnahmen die Vorgaben des § 4a Landschaftsgesetz NRW. Dazu zählt auch, Kompensationserfordernisse flächenschonend und im Einklang mit der Landwirtschaft umzusetzen.
10. Gibt es eine Flurentschädigung über mehrere Perioden hinweg?
Für Flurentschädigungen gilt, dass nach dem Bau der Erdgasfernleitung eine Erstschadensregulierung erfolgt. Zukünftige Folgeschäden können, falls diese in Einzelfällen vorhanden sein sollten, vom Bewirtschafter angemeldet werden. Es besteht alternativ die Möglichkeit, eine Entschädigung in Form einer einmaligen endgültigen Abfindung zu erhalten.
11. Warum wird auf freier Fläche ein Arbeitsstreifen von 38 m benötigt?
 Vor Beginn des Baus einer Gashochdruckleitung ist ein Arbeitsstreifen festzulegen, der den am Bau beteiligten Unternehmen zur Verfügung steht. Dabei sind Leitungsdurchmesser, der Art und Menge des Aushubs und der für den Bau notwendige Maschineneinsatz wesentliche Faktoren für seine Breite. Die gesetzlichen Vorgaben zur Unfallverhütung und Arbeitsschutzvorschriften sind zwingend einzuhalten. Der Arbeitstreifen dient als Fahr- und Arbeitsspur, als Fläche für die temporäre Ablage der zu verschweißenden Rohre, als Raum für den Rohrgraben sowie als Lagerfläche für den humosen Oberboden und den Rohrgrabenaushub.

4. Sicherheit

1. Wie empfindlich ist die ZEELINK Pipeline?
Die Leitungen von Open Grid Europe sind sicher. Die gesetzliche Grundlage für die Planung, den Bau und den Betrieb der Leitungen ist im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und in der Gashochdruckleitungsverordnung (GasHDrLtgV) geregelt. Dazu werden die Leitungen gemäß dem technischen Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW e.V.) gebaut. Aufgrund der großen Wandstärke ist die Leitung nicht nur für den maximalen Innendruck mehr als ausreichend dimensioniert, sondern auch äußerst unempfindlich gegen äußere Beanspruchungen. Beispielsweise können Bagger wie sie im Tiefbaubereich eingesetzt werden keine Beschädigungen mit Gasfreisetzungen bei Leitungen mit einer entsprechenden Wandstärke wie bei der ZEELINK Pipeline verursachen.
2. Welche Sicherheitsmaßnahmen werden in der Planung, dem Bau- und der Betriebsphase durchgeführt?

Sicherheit beginnt nicht erst im Bau. Bereits in der Planung werden für den späteren Betrieb Anforderungen an das Material definiert, umfangreich geprüft und sichergestellt. Hierzu zählt insbesondere die Auslegung mit konservativem Sicherheitsfaktor, dieser schlägt sich insbesondere in der Auswahl eines geeigneten Werkstoffs, sowie in der hohen Wanddicke des Materials nieder. Des Weiteren werden die Materialien vor dem Bau geprüft und erhalten bereits dort eine Abnahme durch einen unabhängigen Sachverständigen.

Während des Baus sichert ausgewähltes und qualifiziertes Fachpersonal, sowie ein umfangreiches Regelwerk die korrekte Bauausführung. Dabei wird jede Schweißnaht doppelt durch Ultraschall- und Röntgen-Verfahren geprüft. Die Fehlerfreiheit wird durch einen Sachverständigen bestätigt. Im Anschluss wird die Leitung über eine Wasserdruckprüfung auf einen deutlich höheren Druck von bis zu 200 bar geprüft.

Im Betrieb erfolgt eine dauerhafte und regelmäßige Überwachung der Leitung, beispielsweise zum Schutz vor äußeren Einflüssen und unzulässigen Aktivitäten im Schutzstreifen der Leitung. Der Zustand der Leitung selbst wird im Rahmen von Inspektionen (sog. Molchungen) geprüft.

3. Wie lange ist die ZEELINK sicher / in Betrieb?
Bei ordnungsgemäßer Betriebsführung hat die Gasfernleitung eine unbegrenzte Lebensdauer.
4. Wird die Leitung im Betrieb warm?
Nein, die Leitung und das Gas haben Erdtemperatur.
5. Ist eine Erdgaspipeline immer ausgelastet und transportiert so stets die Höchstmenge an H-Gas?
Ob die Kapazitäten einer Erdgaspipeline immer ausgelastet sind, hängt von der bestellten Erdgasmenge der Verbraucher ab. Das Gas wird in der Regel über große Distanzen transportiert. Dazu ist ein bestimmter Leitungsdruck nötig, der sich nur bei einer Mindestmenge an Erdgas erzeugen lässt. Auf seiner Reise durch die Pipeline verliert das Gas aber an Druck, weshalb es etwa alle 100 Kilometer erneut verdichtet wird, um weiter zu fließen.
6. Wie dick sind die Leitungsrohre und aus welchem Material bestehen sie?
Die Rohrwand der ZEELINK besteht aus dem hochfestem Rohrleitungsstahl L485 ME mit einer Wanddicke von mindestens 16,8 mm. Es werden Rohre nach der DIN EN ISO 3183 eingesetzt.
7. Wie sieht der Rohrquerschnitt aus (PE/EP-Schutzschichten)?
 Außen um das Rohr ist eine ca. 3 bis 4 mm dicke Kunststoff-Schutzschicht (Werkstoff bei Verlegung in freier Flur: Polyethylen) als passiver Korrosionsschutz aufgetragen, dann folgt das Stahlrohr aus hochfestem Rohrstahl mit einer Wandstärke von ca. 17 mm. Die Rohrinnenwand ist speziell mit einer dünnen Epoxidschicht versehen, um die Reibung des Gases an der Innenwand zu verringern.
8. Wie wird eine dauerhafte Dichtigkeit der Leitung sichergestellt?
ZEELINK wird unter Beachtung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften und der anerkannten technischen Regeln errichtet und betrieben. Druckprüfungen und ein sogenannter Stressdrucktest werden vor der Inbetriebnahme durchgeführt, um die Leitung auf Festigkeit und absoluter Dichtigkeit zu überprüfen. Erst wenn diese Prüfungen abgeschlossen sind und durch einen unabhängigen Sachverständigen gutachterlich abgenommen werden, ist die Erdgasleitung für ihren bestimmungsgemäßen Betrieb freigegeben. Während des Betriebs sorgen Messanlagen, das 24 Stunden besetzte Dispatching und u.a. regelmäßige Überfliegungen für eine konstante und umfassende Überwachung der Leitung.
09. Wie wird die Leitung vor Korrosion geschützt?

Unter technischen Gesichtspunkten stellt eine Kombination von passiven (Umhüllung) und aktiven Schutzmaßnahmen (kathodischer Korrosionsschutz) die optimale Lösung des Korrosionsschutzes dar.

Passiver Korrosionsschutz erdverlegter Rohrleitungen

Die Aufgabe des passiven Korrosionsschutzes besteht in der Trennung der angreifenden Elektrolytlösung (dem umgebenden Erdreich) von der Stahloberfläche. Um eine Trennung zwischen dem Erdboden und der Metalloberfläche einer Rohrleitung zu erreichen, wird diese mit einer elektrisch isolierenden Umhüllung gemäß DIN 30670 ff versehen. Als Beschichtungsmaterial wird vorzugsweise Polyethylen (PE) verwendet. Für die Baustellenumhüllung werden PE-Bandsysteme eingesetzt.

Aktiver Korrosionsschutz (KKS)

Da trotz modernster Materialien und Verlegebedingungen Umhüllungsbeschädigungen beim Bau und in der Betriebsphase nicht völlig ausgeschlossen werden können, wird ein aktiver Korrosionsschutz (kathodischer Korrosionsschutz, KKS) nach DIN EN 12954 eingerichtet. Der KKS schützt die Rohrleitung an den vorhandenen Umhüllungsfehlstellen wirksam gegen Korrosion über die gesamte Betriebsdauer des Rohrleitungsystems. Der kathodische Korrosionsschutz greift derart in den Korrosionsvorgang ein, dass an Umhüllungsfehlstellen ein Schutzstrom vom Erdreich in die Rohrleitung eintritt und dadurch das Potential an der Grenze Stahl/Boden ausgleicht.